Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 | Autor: Stadtritter GmbH – Hersteller und Betreiber der Stadtritter One mit VdS-zertifizierter Notruf- und Serviceleitstelle
Eine moderne Smart-Home-Alarmanlage besteht aus zahlreichen Funkkomponenten: Zentrale, Sensoren, Sirenen, Repeater, Kameras, Steuerelemente. Sicherheitsbewusste Käufer stellen daneben eine zweite Frage: Wie hoch ist die Funkbelastung im Wohn- oder Geschäftsraum? Dieser Faktencheck zeigt die tatsächlichen Funkwerte der Stadtritter One – transparent, vergleichbar und im Verhältnis zu den geltenden Grenzwerten.
Das Wichtigste in 30 Sekunden:
– Sensorfunk 868,6625 MHz: max. 25 mW (14 dBm), nur kurze Impulse bei Auslösung
– ZigBee 2,4 GHz: max. 100 mW (20 dBm), kurze Heartbeat-Signale
– Reichweite Sensoren: 30–100 m, Pro-Sensoren bis 2 km
– Übertragung zur Leitstelle: redundant über LAN (kein Funk) und GSM (4G)
– Verschlüsselung: TLS 256-bit End-to-End
– Konform zur EN 50131-1 Grad 2 – VdS-zertifizierte Notruf- und Serviceleitstelle
– Belastung in 1 m Abstand: ca. 2–3 Prozent des gesetzlichen Grenzwerts
Warum die Frage nach den Funkwerten berechtigt ist
Moderne Sicherheitstechnik kommt selten ohne Funk aus – aus gutem Grund. Funkkomponenten lassen sich nachrüsten ohne Stemmarbeiten, können im Sabotagefall nicht durchtrennt werden und kommunizieren verschlüsselt. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Sender im Haus. Wer plant, eine professionelle Alarmanlage zu installieren, hat Anspruch auf konkrete Antworten: Welche Frequenzen werden verwendet? Mit welcher Leistung? Wie oft wird gesendet? Wie verhält sich das im Vergleich zu Grenzwerten und Alltagstechnik?
Die folgenden Daten stammen aus dem technischen Datenblatt der Stadtritter One Zentrale und werden im Produktdatenblatt auf alarmanlage.de öffentlich kommuniziert.
Funkarchitektur der Stadtritter One im Überblick
Das System arbeitet auf zwei Funkebenen:
Ebene 1 – Komponenten zur Zentrale: Sensoren wie Bewegungsmelder, Türkontakte oder Glasbruchmelder kommunizieren bidirektional mit der Alarmzentrale auf 868,6625 MHz. ZigBee-Komponenten und Smart-Home-Erweiterungen nutzen zusätzlich 2,4 GHz nach ZigBee 3.0.
Ebene 2 – Zentrale zur Leitstelle: Alarme und Statusmeldungen werden redundant übertragen. Primär über das LAN – kabelgebunden, ohne Funkemission. Sekundär über das integrierte GSM/4G-Modul mit Mini-SIM.
Die Kombination beider Übertragungswege gehört zu den definierenden Sicherheitsmerkmalen: Ein Sabotageversuch durch Kabeldurchtrennung führt automatisch zur Übertragung via Mobilfunk – ohne Verzögerung, ohne Bedienschritt.
Die tatsächlichen technischen Daten
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Sensorfunk 868,6625 MHz (Dual Way) | max. 25 mW (14 dBm) |
| ZigBee 2,4 GHz (Dual Way), ZB 3.0 | max. 100 mW (20 dBm) |
| Reichweite Sensoren | 30 – 100 m, via Repeater erweiterbar |
| Pro-Sensoren | bis 2 km |
| Backup-Mobilfunk | GSM / 4G, Mini-SIM |
| Übertragungswege Leitstelle | LAN + GSM (redundant) |
| Übertragungsprotokoll | Contact-ID via GPRS, TCP/IP, E-Mail, Telefonanruf, SMS |
| Verschlüsselung | TLS 256-bit End-to-End |
| Notstrom | 1.600 mAh Ni-MH, ca. 16 h Backup |
| Sensorkapazität | bis 480 Sensoren in 2 Bereichen |
| Normenkonformität | konform zu EN 50131-1 Grad 2 |
Diese Werte werden vom Hersteller offen kommuniziert. Eine Transparenz, die in der Branche nicht selbstverständlich ist – und die einen direkten Vergleich mit anderen Funkanwendungen ermöglicht.
Sendeleistung im direkten Vergleich
Die Stadtritter One liegt mit maximal 25 mW (868 MHz) bzw. 100 mW (ZigBee 2,4 GHz) im unteren Bereich gängiger Smart-Home-Technik.
| Gerät / Anwendung | Sendeleistung | Sendedauer |
|---|---|---|
| Stadtritter-Sensor 868 MHz | 25 mW | Millisekunden bei Auslösung |
| Stadtritter ZigBee 2,4 GHz | 100 mW | Kurzer Heartbeat |
| WLAN-Router | bis 100 mW | Dauerbetrieb |
| DECT-Basisstation | 250 mW (peak) | Dauerbetrieb |
| Bluetooth Class 1 | bis 100 mW | Verbindungsdauer |
| Smartphone LTE Sprachanruf | 200 – 2.000 mW | Sprechdauer am Kopf |
| Mobilfunk-Basisstation | 10 – 50 W (gerichtet) | Dauerbetrieb |
Drei Beobachtungen folgen aus dieser Übersicht:
▸ Selbst die leistungsstärkere ZigBee-Schiene der Stadtritter One liegt auf demselben Niveau wie ein handelsüblicher WLAN-Router – wird aber nicht permanent ausgereizt.
▸ Ein einziges Smartphone-Telefonat am Ohr setzt mehr elektromagnetische Energie frei als sämtliche Alarmsensoren eines durchschnittlichen Einfamilienhauses an einem ganzen Tag.
▸ Die 868-MHz-Schiene mit 25 mW liegt in einer Größenordnung unter einem Bluetooth-Headset.
Praxisrechnung: Belastung im Einfamilienhaus
Angenommen, eine typische Installation umfasst:
- 1 Zentrale (Wohnzimmer)
- 6 Bewegungsmelder
- 8 Türkontakte
- 2 Glasbruchmelder
- 1 Innensirene, 1 Außensirene
- 1 Funkrepeater
Die Bewegungsmelder lösen bei normaler Wohnaktivität rund 20 bis 40 Mal pro Tag aus. Jede Auslösung erzeugt einen Funkimpuls von etwa 100 bis 300 Millisekunden. Türkontakte senden nur beim Öffnen und Schließen.
Kumulierte Sendezeit aller Sensoren: wenige Sekunden pro Tag.
Im Vergleich dazu hält ein WLAN-Router seine Sendung 86.400 Sekunden am Tag aufrecht. Ein 30-minütiges Telefonat erzeugt mit einem Smartphone die elektromagnetische Energie von mehreren tausend Sensorauslösungen.
Verhältnis zum gesetzlichen Grenzwert
Für den Frequenzbereich der Stadtritter-Komponenten (2,4 GHz ZigBee) gilt der Grenzwert von 61 V/m.
Eine Antenne mit 100 mW EIRP erzeugt in 1 Meter Abstand eine Feldstärke von rund 1,7 V/m. In 2 Metern Abstand sinkt der Wert auf etwa 0,85 V/m – bedingt durch das physikalische Abstandsgesetz.
Daraus folgt: Eine Stadtritter-ZigBee-Komponente in 1 Meter Abstand erzeugt rund 2,8 Prozent des gesetzlichen Grenzwertes. Bei der 868-MHz-Schiene mit 25 mW ist der Wert nochmals deutlich niedriger.
Warum Funk und nicht Kabel?
Funkkomponenten erlauben Eigenschaften, die ein verkabeltes System nicht oder nur mit erheblichem baulichem Aufwand bietet:
▸ Nachrüstbarkeit. Sensoren lassen sich ohne Stemmen oder Verkabeln installieren. Mieterfreundlich, denkmalverträglich.
▸ Manipulationssicherheit. TLS-256-bit-Verschlüsselung End-to-End schützt vor Mitlesen und Manipulation. Sabotagemelder erkennen Öffnungs- und Demontageversuche.
▸ Redundanz. Bei Kabeldurchtrennung übernimmt das integrierte Mobilfunkmodul die Alarmierung. Bei Funkstörung warnt die Zentrale durch Jamming-Erkennung.
▸ Skalierbarkeit. Bis zu 480 Sensoren in zwei Bereichen lassen sich anlernen, ohne neue Kabel zu ziehen.
Zertifizierungen und rechtliche Konformität
Die Stadtritter One erfüllt:
- EN 50131-1 Grad 2 – europäische Norm für Einbruchmeldeanlagen mit mittlerem Risiko (entspricht typischen Wohn- und kleineren Geschäftsobjekten). Die Anlage ist konform zu dieser Norm.
- CE-Kennzeichnung nach Funkanlagenrichtlinie (RED)
- Funkanlagengesetz mit ETSI-Normen für das 868-MHz-Band und das 2,4-GHz-ISM-Band
- VdS-zertifizierte Notruf- und Serviceleitstelle nach DIN EN 50518
Fazit
Die veröffentlichten Funkwerte der Stadtritter One zeigen: Das System bewegt sich am unteren Rand der typischen Smart-Home-Funkleistungen. Maximale Sendeleistungen liegen bei 25 mW (868 MHz) und 100 mW (ZigBee 2,4 GHz) – Werte, die im Alltagsbetrieb nur bruchteilweise und nur in Millisekunden-Impulsen ausgeschöpft werden.
Im Verhältnis zum gesetzlichen Grenzwert ergibt sich selbst in unmittelbarer Antennennähe eine Belastung von wenigen Prozent. Wer ohnehin ein Smartphone besitzt oder im Haushalt WLAN nutzt, verändert seine Funkbelastung durch eine Stadtritter One nicht messbar nach oben.














