Warum brauche ich Sicherheitstechnik?

Komponenten einer Funkalarmanlage

Warum brauche ich Sicherheitstechnik?

Sicherheitstechnik wirkt am besten als abgestimmtes Schutzkonzept. Mechanische Sicherungen, elektronische Meldeanlagen und organisatorische Abläufe müssen zusammenpassen. Erst die Kombination aus Widerstandszeit, früher Erkennung und klarer Alarmbearbeitung senkt das Risiko für Haus, Wohnung oder Betrieb.

Was bringt Sicherheitstechnik?

Mechanische Sicherheitseinrichtungen erhöhen den Widerstandszeitwert eines Objekts. Gemeint ist die Zeit, die für das Überwinden einer Barriere benötigt wird. Dieser Wert hängt von Bauteilen, Montagequalität, Objektlage und Täterprofil ab.

Elektronische Meldeanlagen ergänzen diesen Schutz, indem sie Ereignisse erkennen und an eine hilfeleistende Stelle weiterleiten können. Eine Notruf- und Serviceleitstelle prüft die Meldung nach dem vereinbarten Maßnahmenplan. Je nach Objekt, Meldertyp und Vereinbarung werden Kontaktpersonen, Interventionsdienst oder zuständige Stellen informiert.

Wie viel Einbruchschutz ist nötig?

Der passende Einbruchschutz richtet sich nach Gefährdung, Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher Schadenshöhe. Eine realistische Analyse berücksichtigt unter anderem Lage, Nutzung, vorhandene Schwachstellen, Werte im Objekt und organisatorische Abläufe.

Sinnvoller Schutz entsteht nicht durch einzelne starke Komponenten, sondern durch ein abgestimmtes System. Eine sehr stabile Tür hilft wenig, wenn daneben ein ungesichertes Fenster liegt. Mechanische Sicherung, elektronische Alarmierung und personelle Organisation sollten deshalb gemeinsam geplant werden.

Wie kann Sicherheitstechnik im Haus oder Betrieb genutzt werden?

Im privaten Bereich kann Sicherheitstechnik Einbruch-, Brand-, Wasser- oder technische Risiken früher erkennbar machen. Im betrieblichen Bereich steht häufig eine Gefährdungsanalyse im Vordergrund: Zutritt Unbefugter, Diebstahl, Sabotage, Vandalismus, Brandschutz oder technische Störungen.

Auf dieser Grundlage lässt sich ein Schutzkonzept mit passenden mechanischen, elektronischen und organisatorischen Maßnahmen entwickeln. Die Sicherungen sollten zur Gefährdungsklasse passen; ein Vereinsheim wird anders geplant als ein Labor, ein Büro oder ein Lager.

Das Thema ist komplex, weil Objekt, Nutzung und Risiko zusammen bewertet werden müssen. Eine fachliche Beratung hilft, die passenden Maßnahmen zu priorisieren und Fehl- oder Überdimensionierung zu vermeiden.

Was ist Sicherheitstechnik?

Mechanisch

Einfriedungen (Zäune, Mauern)

Durchlässe (Tore, Schranken, Sperren)

Vereinzelungsanlagen (Drehkreuze)

Türen, Fenster (Sicherheitsverglasung)

Schlösser und Schließanlagen

Wertbehältnisse (Tresore)

Einfriedungen
Sicherheitszäune sind die bevorzugte Einfriedung und erfüllen bestimmte Anforderungen.

Durchlässe
Durchlässe sind z. B. ein elektrisch fahrbares Tor. Sie müssen den gleichen Widerstandszeitwert haben wie die Einfriedung.

Vereinzelungsanlagen
Personenvereinzelungsanlagen vereinzeln den Personenverkehr auf einem Betriebsgelände. Das sind Drehsperren, Drehkreuze oder Drehtüren (bis hin zu Hochsicherheitsschleusen).

Türen und Fenster
Türen und Fenster sind die Hauptangriffspunkte von Einbrechern. Die Widerstandsklasse einer Tür hängt von den Bauteilen ab. Einbruchhemmende Türen sind in bestimmte Widerstandsklassen geteilt.

Einbruchshemmende Fenster müssen sehr stabil sein. Für die Sicherheitsverglasung gibt es verschiedene DIN-Normen. Eine zusätzliche Folierung statt nur Verglasung erhöht ebenfalls den Widerstandswert eines Fensters. Gewerbebetriebe sollten bei den Fenstern die Widerstandsklasse RC4 4 haben. Diese behindern auch einen erfahrenen Täter mit Werkzeug.

Türschlösser und Schließanlagen
Sicherheits-Türschlösser sollen das Abbrechen, Aufbohren, Ziehen und Nachschließen (mit einem nachgemachten Schlüssel) erschweren. Diese Türschlösser funktionieren sowohl mechanisch als auch elektrisch.

Schließanlagen
Eine Hauptschlüsselanlage oder Hauptschließanlage wird hauptsächlich in Schulen angewendet. Einzelne Lehrer haben einen Schlüssel für eine Türe, der übergeordnete Hauptschlüssel schließt alle Türen (Hausmeister oder die Direktorin).

Zentralschlossanlagen finden Sie z. B. in Mietshäusern. Am Haupteingang ist ein Zentralschloss, das von allen Mietern aufgesperrt wird. Die einzelnen Wohnungstüren haben einen Einzelschließzylinder, zu dem nur ein Schlüssel passt (der des Mieters).

Die Generalhauptschlüsselanlage finden Sie in großen Betrieben (Universitäten, große Industriebetriebe). Sie besteht aus einer Hierarchie von Schlüsseln. Der Generalhauptschlüssel schließt alles, dann gibt es Hauptschlüssel, Obergruppenschlüssel, Gruppenschlüssel (z. B. für den Abteilungsleiter) und Einzelschlüssel.

Wertbehältnisse oder Tresore
Das sind mechanische Sicherheitsbehältnisse. Es gibt Tresore, Wertschutzschränke, Datensicherungsschränke oder Wertschutzräume (z. B. für Bargeld oder wichtige Unterlagen).

Elektronisch

Zutrittskontrollsysteme

Videoüberwachung

Gefahrenmeldeanlagen

Wächterkontrollsystem

Einzelarbeitsplatzüberwachung

Zutrittskontrollsysteme (ZKS)
Sie werden hauptsächlich an Durchlässen eingesetzt. Ziel und Zweck dieser Sicherheitstechnik ist: Verhinderung des Zutritts Unbefugter, Abschreckung potenzieller Täter, Steuerung und Überwachung des Personenverkehrs, Identifizierung und Überprüfung der Berechtigten, Alarmauslösung nach Bedarf.

Videoüberwachung
Sie hat bestimmte Elemente wie Bildaufnahme, Bildübertragung, Bildauswertung. Videosensorkameras überwachen problemlos ganze Bereiche, erkennen Personenbewegung und können alarmieren. Sie sind ein wichtiger Teil der Sicherheitstechnik im Gesamtkonzept.

Gefahrenmeldeanlagen (GMA)
Es sind Fernmeldeanlagen, die Gefahren (Einbruch, Feuer, Überfall, sonstige technische Störungen) für Leben oder Sachwerte zuverlässig erkennen und weitermelden. Diese Gefahren werden an eine hilfeleistende Stelle weitergeleitet. Meistens ist es eine Notruf- und Service- Leitstelle (NSL), die ständig besetzt sein muss.

Einbruchmeldeanlagen (EMA)
Diese überwachen Flächen und Räume, ob Unbefugte sich Zutritt verschaffen oder ob einzelne Objekte weggenommen werden. Sie erkennen frühzeitig, dass ein Täter die mechanischen Sicherheitseinrichtungen überwinden konnte und alarmieren Polizei oder Leitstelle.

Überfallmeldeanlagen (ÜMA)
Sie ermöglichen den direkten Hilferuf von Personen. Sie sind aufgeschaltet zu einer Notruf- und Service- Leitstelle, die die Polizei ruft oder (bei gefährdeten Personen) direkt zur Polizei.

Brandmeldeanlagen (BMA) erkennen Brandgefahren automatisch (oder manuell – Feuermelder) und melden zuverlässig weiter.

Störmeldeanlagen sind Untergruppierungen der Gefahrenmeldeanlagen (z. B. Wassermelder).

Wächterkontrollsysteme (WkS)
Sie werden klassischerweise von Sicherheitskräften im Dienst mitgeführt und dienen dazu, einen Kontrollrundgang zu dokumentieren. Auch die Leitungen müssen überwacht werden auf Sabotage oder Störung. Nur so geht das Konzept auf.

Einzelarbeitsplatzüberwachung
Diese Überwachung kann durch Totmannschaltung erfolgen. Das ist eine Möglichkeit, willensunabhängig einen Alarm auszulösen. Bei der Feuerwehr sind das z. B. Geräte, die bewegungs- oder lageabhängig Alarm auslösen. Bei anderen Systemen muss man regelmäßig einen Knopf drücken.

Die Notruf- und Service- Leitstelle NSL

Die Übertragung des Alarmrufes erfolgt elektronisch, die Leitstelle selbst ist eine organisatorische Einrichtung. Die Leitstelle koordiniert die Maßnahmen im Alarmfall. Alle Maßnahmen werden vorher mit dem Kunden besprochen und dokumentiert.

Das Personal einer Notruf- und Service- Leitstelle ist ausgebildet (welche Maßnahmen sind einzuleiten, wann sind die Maßnahmen abzubrechen, wann ist die Polizei zu informieren). Ein zertifizierter Interventionsfahrer ist qualifiziert und ausgebildet.

Beim Eingehen eines Alarms weiß die Servicestelle, wen Sie wann zu informieren hat. Sie kann, – wenn vereinbart – sofort einen Interventionsfahrer losschicken. Der Täter wird am Taterfolg gehindert.

Bei einem Sicherheitskonzept greifen die Rädchen ineinander, das eine funktioniert nicht ohne das andere.

Brandschutz

Brandmeldeanlagen müssen einen Brand zuverlässig so früh wie möglich melden – manuell oder automatisch. Entweder zu einer Notrufstelle oder direkt zur Feuerwehr.

Ein Brand beginnt mit einer Schwelphase, dann kommt der Rauch, (erst Rauchgase, dann Rauch), dann Flammen und die Hitze. Bei den Sensoren einer Brandmeldeanlage unterscheiden Stadtritter Rauchmelder, Flammenmelder und manuelle Brandmelder.

Rauchmelder verwenden optische oder ionische Sensoren. Sie erkennen den Brand am frühesten. Dann erkennen Flammenmelder die elektromagnetische Strahlung der Flammen. Wärmemelder reagieren als Letztes auf die maximale Wärme oder die Temperatursprünge. Manuelle Brandmelder werden von Personen ausgelöst.

Elektronische Sicherheitstechnik oder mechanische Sicherung?

Elektronische Sicherheitstechnik ist in vielen Bereichen unabdingbar. Immer dann, wenn ein Zugang nicht einfach nur erschwert werden soll, bietet Sicherheitstechnik die entsprechende Lösung. Durch ihren Einsatz kann eine entsprechende Notruf- und Service- Leitstelle oder ein Verantwortlicher der Firma/des Eigentümers informiert werden. Sicherheitstechnik kann über Internetverbindungen auch über weite Strecken hinweg überwacht und bedient werden. Klassische mechanische Sicherheitstechnik kann das nicht.

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